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Welchen Einfluss haben Jugendliche auf die EU?

Nadja Hirsch, Michael Theurer, Britta Reimers

Junge Menschen (er-)leben die Errungenschaften der europäischen Gemeinschaft wie keine zweite Altersgruppe. Sie können mit dem Interrailticket durch ein Europa ohne Grenzkontrollen reisen, mit dem Erasmus-Programm im Ausland studieren und problemlos Pläne für die eigene Zukunft in ganz Europa schmieden. Oftmals haben Sie Freunde und Bekannte aus anderen europäischen Ländern und erleben das europäische Miteinander als selbstverständlich. Leider befeuert aber die derzeitige Krise alte, längst überwunden-geglaubte Vorurteile unter den Europäern. Gerade junge Menschen, die ein anderes Europa erleben, wissen solche Vorurteile zu entkräften und können eine tolerante und weltoffene EU mitgestalten.

www.europahirsch.eu

Joachim Zeller

Jugendliche sind die Zukunft der EU. Deshalb ist im Vertrag von Lissabon erstmals auch die Jugendpolitik als europäisches Anliegen aufgenommmen worden und im Haushalt der EU nicht nur Finanzmittel für den Studentenaustausch (erweitertes Erasmus-Programm), sondern auch für einen erweiterten Jugendaustausch vorgesehen. Die Jugendlichen aus den Mitgliedsstaaten sollen noch mehr Möglichkeiten haben, um zusammen zu kommen, sich kennen zu lernen und das Europa ohne hindernde Grenzen erfahren können. Die Jugendlichen sollen erkennen, dass sie es sind, die Europa ausmachen. Darüber hinaus stellt die Europäische Union Milliarden Euro für die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in vielen Ländern der EU zur Verfügung. Dazu gehört aber auch, dass Jugendliche sich äußern müssen. Jugendliche können wählen, Petitionen schreiben und durch Aktionen auf ihre Probleme aufmerksam machen. Jugendliche haben dann Einfluss, wenn sie sich äußern.

www.joachimzeller.de/

Fabio De Masi

Der Einfluss junger Menschen auf die EU ist zu gering. Die wichtigen Entscheidungen werden überwiegend zwischen den Staats- und Regierungschefs bzw. von der EU-Kommission getroffen. Dies zerstört angesichts der hohen Jugendarbeitslosigkeit in Ländern wie Spanien oder Griechenland die europäische Idee.

fabiodemasi.dielinke-nrw.de/

Ismail Ertug

Außer in Österreich (16) dürfen in der EU nur Jugendliche über 18 bei den Europaparlamentswahlen wählen. Aktiv als Kandidat zur Wahl stellen können sich in der Hälfte der Mitgliedstaaten ebenfalls Jugendliche ab 18 Jahren, in den anderen 14 Mitgliedstaaten muss man jedoch 21, 23 oder sogar 25 sein, um sich wählen zu lassen. Darüber hinaus haben fast alle nationalen und europäischen Parteien Jugendorganisationen, die sich aktiv in die aktuellen politischen Diskussionen mit einbringen (zum Beispiel die YES als Jugendorganisation der europäischen Sozialisten oder die Jusos in der SPD). Es gibt auch überparteiliche Verbände, wie das ""European Youth Forum"", die aktiv für die Belange von Jugendlichen in Europa eintreten. Zudem organisiert die EU Jugendkonferenzen (wie zuletzt im März in Thessaloniki), um in Politikbereichen, die für Jugendliche wichtig sind, bessere Entscheidungen zu treffen.

www.ertug.eu

Ska Keller

Jugendliche haben meiner Meinung nach zu wenig Einfluss auf die EU. Ich setze mich deshalb für mehr Jugendbeteiligung in Europa ein. Wir Grüne fordern einen stärkeren Austausch mit Jugendorganisationen und einen Jugendkonvent. Hiermit sollen Jugendliche ihre Vorschläge für die Zukunft Europas in den europäischen Konvent mit einbringen können. Zudem wollen wir die Teilnahme von jungen Menschen am Konvent selbst. Ich persönlich habe dieses Jahr mit weiteren Grünen zum zweiten Mal eine Jugendkonferenz veranstaltet, bei der sich Jugendliche über die Krise austauschen und Lösungsansätze entwickeln können. Um mitzubestimmen, müssen junge Menschen natürlich bei den Europawahlen wählen! Ich setze mich für eine Senkung des Wahlalters ein.

www.ska-keller.de/de/

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